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Pressemitteilung: Grüne: Urantransporte sofort einstellen
03. Jun 2008
Mit trauriger Regelmäßigkeit ist der Hauptbahnhof Münster eine Drehscheibe für Uranmülltransporte. Konkret ist zu befürchten, dass am Mittwochabend ein neuer 400 m langer Uranmüllzug den Hauptbahnhof passieren wird.
Ein Zug - voll beladen mit ca. 1000 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) - durchfährt dann gegen 20.30 Uhr den Hauptbahnhof, wird am Alfred-Krupp-Weg rangiert, um dann gegen 21.10 Uhr seine Fahrt nach Rotterdam fortzusetzen.
An diesem Mittwoch (4. Juni) veranstaltet das „Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen“ eine Demonstration gegen die Transporte und die Urananreicherung in Gronau ab 18 Uhr am Münsteraner Hauptbahnhof. Der Kreisverband der Grünen in Münster ruft zur Teilnahme an dieser Demonstration auf.
Das transportierte Uran stammt aus der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau, die von der Firma Urenco betrieben wird und ist ein Abfallprodukt der Produktion in Gronau. Abgereichertes UF6 bildet bei Berührung mit Wasser die hochgiftige Flusssäure. „Diese Transporte stellen eine große Gefahr für die Bevölkerung dar und müssen sofort eingestellt werden,“ fordert Daniel Sandhaus, Sprecher der Grünen in Münster.
Aber auch der weitere Weg des Urans ist fragwürdig. Tatsächlich wird das abgereicherte Uran nach seiner Ankunft in Rotterdam per Schiff nach St. Petersburg und weiter nach Sibirien transportiert und dort in den Transportbehältern gelagert. Bisher wurden so ca. 28.000 Tonnen atomarer Abfall nach Russland exportiert. Allenfalls weniger als 10 % der Menge kommt aufbereitet zurück. Was mit dem in Russland verbleibenden Atommüll geschieht, ist ungewiss. „Wir können die Menschen in Sibirien nicht einfach mit unserem Müll belasten. Die UAA in Gronau muss sofort stillgelegt und der Export dieses Atommülls unverzüglich beendet werden,“ erklärt die Sprecherin der Grünen Josefine Paul.verfasst von Kreisverband

